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Katja Duftners „J'accuse" Die Anklage als Auftritts- und Aussageform in der Kunst hat uns überwiegend im geschriebenen Wort erreicht: ob es sich um Schillers Sturm-und-Drang-Dramen „In Tyrannos“ handelt, um Büchners umstürzlerische Flugschrift „Der hessische Landbote" in der Folge der Französischer Revolution, um Bertold Brechts schmetternde politischen Lehrgedichte, um Emile Zolas hochrhetorische Abrechnung „J'accuse" -in der Rolle des Schriftstellers als Moralinstanz- mit dem korrupten Pariser Militärapparat oder um Paul Celans anklagend einpeitschendes KZ-Gedicht „Todesfuge". Was die Malerei betrifft, so vermuten wir in der Darstellung brandschatzender Horden bei Brueghel Anspielungen auf spanische Besatzungsgruppen in holländischen Dörfern - leicht lesbar für die Zeitgenossen. Zwar gab es die sozial engagierte Zeichenkunst einer Käthe Kollwitz, zwar gab es die Agit-prop-Bewegung, die polemischen und satirischen Karikaturen eines George Grosz und Otto Dix, die politisch aufklärerisch attackierenden Collagen eines John Heartfield, doch waren das eher Solitäre in der Kunstgeschichte, zuletzt der Aufschrei in Picassos Großgemälde „Guernica". Goyas und Kubins Alpträume erheben sich über den Anlass heraus zu allgemeinen Schreckensvisionen der Menschheit. Wer sich das aktuelle Kunstgeschehen vor Augen hält, wird ebenfalls weniges finden, das konkrete Phänomene oder Probleme kritisch oder polemisch ins Bild setzt. Künstlerisch überragende Beiträge, die aus der 68er Revolte ihre Impulse bezogen, mündeten in konzeptuelle - oder allegorische Weltentwürfe - wie etwa in Josef Beuys' Schaffen. Insofern verdient es unsere Aufmerksamkeit, wenn heutzutage sich ein Oeuvre bzw. ein Teil eines Oeuvres eines bildenden Künstlers auf ein eingegrenztes, eindeutig als kritische Stellungnahme identifizierbares Thema richtet, wie dies im Fall der Tiroler Malerin Katja Duftner vorliegt. (…) Der entstandene Zyklus stellt keine Abfolge im Sinne einer sich entwickelnden Erzählung her, sondern von Mal zu Mal, von Bild zu Bild prallen die Welt der Erwachsenen, dargestellt durch die Elemente der Züchtigung sowie die Instrumente der Sexualgewalt und die Welt der Kinder zusammen, dargestellt durch die in erbärmlicher Nacktheit auf die bevorstehende Demütigung wartenden Winzlinge. Die Situation der Opfer ist eindeutig und ausweglos, die der Täter hat zwei Seiten: sie sind Erzeuger und Zerstörer gleichzeitig. (…) Es sind Katja Duftner ebenso gelungen Chiffren in der Zeichnung zu erfinden, die glaubhaft für namenloses Leid stehen und so andere Bilder in unsere Köpfe bringen, welche der herrschenden Stumpfheit gegenüber dem tabuisierten Thema ein Stück Menschlichkeit und Solidarität entgegensetzt, mit der neu geschärften Waffe der Kunst. Prof. Dr. Elmar Zorn im Katalog "Kinderzimmer - sexuelle Gewalt an Kindern" Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Kinder später als Erwachsene unser Leben und unsere Gesellschaft gestalten. Wir entscheiden durch die Erziehung der nachfolgenden Generationen, in welchem Maße Gewalt und Missbrauch unser aller Zukunft bestimmen. Daniela Schmidt-Ndasi im Katalog "Kinderzimmer - sexuelle Gewalt an Kindern" Der Katalog
"Kinderzimmer - sexuelle Gewalt an Kindern" (36 Seiten, 13 Farbabbildungen)
mit Texten von Prof. Dr. Elmar Zorn, Daniela Schmidt-Ndasi sowie einer Einführung von Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin a.D., kann für € 8,-- und € 2,-- Versand (Deutschland)
per Email bestellt werden.
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